Lunkarya 

Darf ich vorstellen: NIKOLAS!

Unser erstes Lunkaryaböckchen, rot-weiß

geb. am 26.06.03

05.03.04:

Das erste Lunkarya ist 1986 in Schweden geboren und wird dort seit dieser Zeit in kleinem Rahmen gezüchtet.

Es gab hier bislang kaum Bildmaterial oder Informationen über diese Rasse.

Meine Mutter und ich haben uns über viele Monate eine Zuchtgruppe zusammengestellt und reservieren lassen und sie am 01.03.04 hier nach Deutschland eingeflogen.

SCHWEDEN

 

Es sind die ersten in Deutschland und weltweit außerhalb der scandinavischen Länder Schweden, Norwegen und Finnland.

  

Das Lunkarya ist ein langhaariges gelocktes Meerschweinchen mit harschem stehendem dicken Fell, ähnlich dem Schaffell.

Das Lunkarya-Gen ist nun das vierte uns bekannte Locken-Gen nach dem Rex-Gen (England), US-Teddy-Gen (Amerika) und dem CH-Teddy-Gen (Schweiz).

Das Lunkarya-Gen ist gleich mehrmals etwas Besonderes:

Zum einen, weil es erstmalig bei Langhaartieren aufgetreten ist, was bei den drei anderen uns bekannten Lockengenen nicht der Fall war, weil sie erstmalig im kurzen bzw. im halblangen Fell (CH-Teddy) auftraten.

Außerdem ist dieses Gen dominant und damit das erste dominante Lockengen.

Das heißt, wenn ich z.B. ein Lunki mit einem Peru verpaare, kommen gleich in der ersten Generation (F1):

LUNKARYAS!

 

Der Beweis ist z.B. unsere Labrynna.

Labrynnas Mama ist ein Peruaner aus reiner Peruaner-Linie.

Sie hat SMF-Papiere (Größter schwedischer Meerschweinchen-Zuchtverein: Svenska Marsvins Föreningen). Dort hat sie eine Registrier-Nummer, wie auch alle ihrer Vorfahren. Die Herkunft kann man über weit mehr Generationen nachvollziehen, als es mit den uns gewohnten normalen Abstammungsurkunden nur möglich ist. Sie ist daher ein reiner Peruaner.

Und der Papa ist ein reines Lunkarya! Ebenfalls ordnungsgemäß registriert und nachvollziehbar bis wann immer man möchte.

Und Labrynna: ein Lunkarya!

Wie ihr sicher wisst ist das bei den Alpakas und Texels nicht so. Denn da kommen die Locken bei einer Verpaarung mit einem Peruaner erst wieder in der zweiten Generation bzw. nur mit einem weiteren Trägertier.

 Das Fell sollte sehr sehr harsch sein, und zwar so, das es hochsteht. Nur dann ist es ein gutes Lunkarya!

Ein richtig gutes Lunkarya erkennt man am besten direkt nach der Geburt. Es hat nämlich direkt nach der Geburt richtig harte Locken! Nach ein paar Tagen werden die Haare weicher. Bei einigen sehr guten Lunkaryas brechen die Haare nach kurzer Zeit im Gesicht um die Augen und um die Schnute ab, manche bekommen sogar einen ziemlich kahlen Kopf, weil die Haare so harsch sind. Das ist ein gutes Zeichen.

 

 Das betrifft nur die Zeit in der sie gesäugt werden, und wächst natürlich sofort wieder nach, wenn die Säugezeit vorbei ist. (Weiter unten könnt ihr so ein Bild von unserem Melvin sehen.)

Diese Harschheit geht danach erstmal weg und sie bekommen weiche Babylöckchen, die sich langsam zu dickem Schaffell entwickeln. Mit zunehmendem Alter, ab dem 3. Lebensmonat, wird das Haar rauher, dicker und steht.

Lunkaryafell braucht nicht so viel Pflege, weil es nicht verfilzt. Es ist nicht so viel Bewegung in ihrem dicken Haar, dadurch verzottelt es nicht. Aber man kann es durchaus bürsten, die großen Locken drehen sich immer gleich wieder ein. Ein "rausziehen" der Locken durch Kämmen ist nicht möglich ;-))

Man kann diese Fellart in alles einkreuzen (Sheltie, Coronet am schönsten sieht es aber bei den Peruanern aus, weil sie eine schönere Schulter- und Kopfbehaarung haben und unendlich wachsendes Fell!).

Daher haben die meisten Lunkaryas Peruanerwirbel. Die Haarwuchsrichtung im Gesicht geht an den Bäckchen von hinten nach vorn, sodass sie alle richtig breite Pausbäckchen bekommen.

Man sollte sie nie mit einem Alpaka, Texel oder Merino verpaaren!!! Auch nicht mit den Rexgen -Trägern, denn die Babys sehen am Anfang alle gleich aus, und man kann sie dann nicht mehr voneinander unterscheiden und weiß nicht was man hat bevor sie nicht etwas älter sind.

Um das harsche Fell zu erhalten, sollte man am Besten nur Lunkaryas mit Lunkaryas verpaaren. Das Fell wird nämlich immer weicher, wenn es viel mit weicheren Rassen verpaart wird.

  

Der Name Lunkarya kommt daher und bedeutet:

Monica und Annika Lundqvist, Geschwister die in Stockholm einen kleinen Zooladen besaßen, hatten diese neue Fellart entdeckt als ihnen ein Meerschweinchenwurf zum Ankauf angeboten wurde. Eines der Jungen war ein langhaariges Lockentier. Die Eltern von ihm waren aber normale Rosetten mit der für Rosetten bekannten Fellänge und natürlich nicht lockig. Sie verpaarten ihn mit Peruanern und erhielten in erster Generation Lockentiere. Das wiederholten sie oft und stellten fest, das immer wieder gleich in der ersten Generation mit einem Glatthaartier Lockentiere fielen. Und was für Locken! Sie züchteten mehr und mehr. Also wußten sie das es sich um ein dominantes Gen handelt. Aber sie wollten kein zweites schwedisches Texel züchten. Sie merkten, das durch viele Glatthaar-Verpaarungen das Fell weicher wurde.

Sie wollten die Lunkaryas aber sehr harsch, rauh, nicht weich wie die anderen Langhaarzuchten. Denn nur so entsteht das typische dicke stehende Fell. Daher ist es anzuraten wenn möglich nur mit Lunkaryas zu verpaaren, um das Fell durch Einkreuzung anderer Rassen nicht zu weich werden zu lassen. Es ist aber auch möglich und schon häufig vorgekommen, das 2 mittelmäßige Lunkaryas wieder sehr gute Babys bringen. Oft werden Babys aus reinen Lunkarya-Verpaarungen besser als ihre Eltern.

  

Hier ein Geschwisterpaar, links ein Lunkarya, rechts ein Peruaner:

 

Das kleine Lunkaryababy ist aber trotzdem sehr typvoll und schön kräftig gelockt:

 

 

 Lunka ist von Lundqvist abgeleitet. Jetzt fragt ihr euch bestimmt was denn dann -rya bedeutet?

Rya bedeutet Schaf! Weil sie aussehen wie kleine Schäfchen.

  

Die guten Lunkaryababys verlieren in dem Alter, in dem sie gesäugt werden, die Haare um die Schnute und um die Augen, da das Fell so harsch ist, das es abbricht. Nach dieser Zeit wachsen die Haare aber wieder schnell nach.

 Der Name wird "Lunkariia" ausgesprochen.

Es gibt auch eine kurzhaarige Variante von ihnen, die den uns bekannten Rexen oder US-Teddys ähneln.

Die Schweden nennen sie Curlys.

Diese hatten wir auch dabei. Sie tragen ebenfalls das dominante Lunkarya-Lockengen und haben meistens ebenfalls die beiden Hüftwirbel.

Mit insgesamt 15 Meeris, nämlich unsere 8 Lunkaryas und 7 Curlys sind meine Mutter und ich oberglücklich aus Schweden zurückgekommen.

 Dies sind Bilder von unserer Autofahrt durch Schweden.

 

Als wir nämlich in Schweden gelandet waren hatten wir noch eine weite Autofahrt durch das Land hinter uns zu bringen, weil die Lunkaryas nur von 3 - 5 Züchtern gezüchtet werden, die u.a. weit im Norden wohnen. (Sie sind also auch in Schweden sehr selten. Wir hatten unseren Nikolas knappe 5 Monate reserviert!)

War ich froh, als ich ihn endlich auf den Arm nehmen konnte!

 

 

Angefangen hatte alles im Mai '03, als sich eine schwedische Züchterin bei uns für ein silberagouti Peruanerbaby interessierte. Sie hatte eine eigene HP, wie relativ wenig schwedische Züchter. Wir haben dann auf ihrer Startseite ein Bild von zwei Lunkaryas gesehen und da ist es geschehen...

Auf Nachfrage erzählte sie, aber nur ein Lunkarya davon zu besitzen und damit nicht mehr zu züchten. Und so machten wir uns auf eine laaange Suche... Es sollten ja auch typvolle Tiere sein.... Wir schrieben unendlich viele mails, aber leider ohne Erfolg.

Dann endlich bot uns eine der beiden für uns wichtigsten Züchterinnen Nikolas an. Es gibt nämlich nur 2 unterschiedliche Linien in Schweden mit unterschiedlichen Schwerpunkten. Und kurze Zeit später entdeckte sie verwundert unsere CH-Teddys auf der HP.

CH-Teddys gab es bis dahin in Schweden auch noch nicht, und sie und ihre Züchterfreunde waren begeistert.

Und so haben wir über Monate unsere besten CH-Teddys reserviert und sie haben für uns ihre besten Lunkaryababys zurückbehalten. So haben meine Mutter und ich dann auf dieser Reise gleich auch die ersten CH-Teddys nach Schweden eingeführt und damit dort eine große Freude ausgelöst.

Unsere liebe Züchterfreundin Sabine Tischer hatte uns dafür noch zusätzlich wunderhübsche CH-Teddy-Babys aus ihrer Zucht "Nordlichter vom Regenbogenland" reserviert und gepflegt, bis wir die Reise antreten konnten.

Und Ende Februar'04 war es dann soweit - wir konnten nicht mehr länger warten. Die Babys waren alle alt genug und warteten auf ihr neues Zuhause. Nun konnte es endlich losgehen.

 

 

 Die Curlys (Kurzhaarrasse) werden nicht gezielt in Schweden gezüchtet. Wir waren dann sehr froh, gleich 7 sehr unterschiedliche Exemplare ergattert zu haben, ebenfalls die ersten die wir mit nach Deutschland gebracht haben. Wir haben sie dann hier an Ralf Paul verkauft, denn wir möchten ausschließlich reine Lunkaryas züchten.

Die Lunkaryas und Curlys sind in noch keinem Rassestandart aufgenommen. Laut Aussage der Züchter besteht ein weltweites Interesse an diesen Rassen, aber niemand (außer Dänemark, Finland und Norwegen) hat sich bisher auf den recht beschwerlichen Weg gemacht sie zu importieren.

Eine persönliche Abholung war grundsätzlich Bedingung zur Abgabe. Dabei wollten die schwedischen Züchter die Gelegenheit nutzen über die Fehler aufzuklären die meist von Züchtern gemacht werden.

 Im Sommer fahren wir nochmal, dann sieht es an der gleichen Stelle so aus:

 

 Hier könnt Ihr mal sehen, wie wir unsere Schätze transportiert haben. Die Aufnahme entstand am Flughafen Stockholm, kurz vor dem Abflug nach Hause.

Wir hatten uns vor Antritt der Reise 2 große doppelte Aluminium-Transportboxen bestellt, die eigentlich jeweils für 14 Tauben gedacht sind. In einer 14-er Transportbox befinden sich hier gerade unsere 8 Lunkaryas und in der anderen 14-er Transportbox die 7 Curlys für Ralf. Die Transportboxen erwiesen sich als äußerst praktisch, da man die Innenwände herausnehmen konnte und die Tiere so zusammensetzen konnte wie es sinnvoll war und so, das sie genügend Platz hatten. Innen hatten wir ihnen 14 Mini-Hamsterfläschchen verdrahtet und ordentlich Streu, Heu, Futter und Gemüse drin.

(Ganz links steht meine Freundin Tove, und ihre Schwester Helena steht in der Mitte (Zucht Windflowers), ich stehe rechts)

 

 

So waren wir dann unglaublich glücklich, nach insgesamt 4 Tagen mit unseren schönen Tieren so erfolgreich nach Deutschland zurückzukehren. Die lange Vorbereitung und Organisation hatte sich gelohnt, alles hatte prima geklappt.

 

Während des gesamten Flugs nach Hamburg wurden wir von einem wunderschönen Sonnenuntergang begleitet. Hier befinden wir uns gerade zwischen zwei Wolkenschichten über Norddeutschland.

 

 Und es hat sich gelohnt! Unsere Tiere entwickeln sich prächtig,

das Fell sprießt und alle sind gesund und munter und wunderschön:

 

 

Hier habe ich mal ein paar Nahaufnahmen von der Besonderheit des Fells gemacht.

Es unterscheidet sich vom Texel- / Alpaka- / Merinofell durch seine Stärke und Elastizität.

Es fühlt sich auch anders an, eher wie Schaffell, dick und kräftig:

Das Fell von Melinda mit 4 Monaten:

 

Das Fell von Nikolas mit 1 Jahr:

 

Unsere Lunkaryas könnt ihr jetzt bei "Zuchttiere" sehen

© by Carmen Langstädtler

(links Tove und rechts ich und unten Molle)

 

 Många vänliga hälsningar

to

Tove, Helena, Anneli, Anne, Monica and Inga!

Thank you very much for the presents

 

and especially Anne for her great hospitality and chauffeur-driving! We see you soon again!

 

Danke Anne!

 

 

 

 

  

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