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Um auf den Ursprung der allerersten Curlys zu kommen, muß man zeitlich weit zurück und nach Schweden gehen,
denn die ersten "Curlys" entstanden dort schon zu Anfang der Lunkaryazucht,
als man die ersten Lunkaryas mit allen möglichen Varianten, darunter auch mit den kurzhaarigen Rassen, verpaarte.
Die daraus kurzhaarig bleibenden Nachkommen nannte man schlicht Curlys (Lockis) weil sie als Baby wie die Lunkaryas komplett gelockt waren, aber offensichtlich von der Fellänge her keine Lunkaryas waren, wie man sie sich vorstellte.
So entstanden Curlys mit und ohne Kronen und Wirbeln.
Curlys konnten sich in Schweden allerdings in keiner Variante als Rasse durchsetzen.
Durch die bevorzugte Einkreuzung normaler Glatthaartiere verloren sie die Powirbel der Lunkaryas, der Haarstrich änderte sich dadurch, das Fell wurde anliegend und nicht selten wurden sie für ein "schlechtes Rex" gehalten, dem nur im Nacken etwas die Haare standen und ihre Züchtung stieß auf Widerstand, vor allem aus den Reihen der US-Teddy- und Rex-Züchter.
Man einigte sich daher darauf diese Rasse nicht in den Standard aufzunehmen, sondern sie stets nur in der "Pet-class" (Liebhaberklasse) ausstellen zu dürfen.
Die Curlyzucht wurde daher von kaum jemandem mehr in Schweden verfolgt, schon gar nicht nach bestimmten Standard-Vorschlägen, vielmehr benutzte man das Wort Curly im allgemeinen für ein kurzes Lunkarya, egal ob mit oder ohne Wirbeln und egal welche genaue Haarlänge, eben nur nicht lang.
Dabei unterschied man im allgemeinen nur noch 2 verschiedene Arten Curlys:
das Curly ohne Wirbel und das Curly mit Wirbeln, wobei hier die Anzahl der Wirbel nicht definiert war.
Monica Willnerth aus Schweden beschreibt in einem älteren schwedischen Informationsblatt das Curly so:
Soweit zur schwedischen Vorgeschichte der Curlys.
Nun zur deutschen Geschichte:
Durch die lange Suche und Recherche nach Bildern und Adressen schwedischer Lunkaryazüchter im Jahre 2003 waren wir auch auf das Bild eines Curly gestossen, da wir monatelang auf der Suche nach Fotos, Informationen und Exemplaren der Lunkaryas waren, die wir durch Zufall im Sommer 2003 entdeckt hatten.
Mehr über die Entdeckung der Lunkaryas und den Import der ersten Lunkaryas und Curlys bei Info
Im November suchte ein Züchter im Internet Informationen zu Curlys, von dessen Existenz er über eine Suchmaschine erfahren hatte, aber kein Foto fand und wir schickten ihm ein erstes Bild.
Als Carmen und ich dann Ende Februar nach Schweden flogen um unsere Lunkaryas abzuholen, war es bis dahin dem Züchter leider nicht gelungen ein paar Curlys zu reservieren und wir beschlossen uns dort für ihn umzusehen.
Dazu kauften wir vorsichtshalber selbst noch eine weitere Transportbox und verzichteten komplett auf Gepäck.
Wir nahmen Kontakt mit evtl. Züchtern in Schweden auf und kauften selbst ein paar gewünschte schöne Tauschtiere in Deutschland an, um so vielleicht doch noch mit ein paar Curlys im Tausch zurück zu kommen.
Unsere schwedischen Züchterfreunde hatten sich ebenfalls informiert und sprachen auf Ausstellungen Züchterkollegen an.
So kam es, das bei unserem nächtlichen Eintreffen in Schweden am 27.02.04 ein richtiges Züchtertreffen stattfand:
Die Geburtsstunde der deutschen Lunkarya- und Curlyzucht in diesem romantischen Haus im Schnee, mitten im Wald:

Monica, Monicas Mann, Anne, Anneli, Helena, Inga, Carmen und ich, 2 Hunde und jede Menge Kleintiere in Monicas Haus:

Es war ein fantastisches Abenteuer für uns, endlich hatte die Spannung ein Ende.
Es wurde ausgiebig beraten und gefachsimpelt und jedes Tier genau untersucht und gefühlt und begutachtet.
Auf uns warteten hier Curlys in total verschiedenen Varianten, länger, kürzer, ohne Wirbel, mit 2 oder mehr Wirbeln und von harsch bis weich.
Der längere Typ gefiel mir außerordentlich gut:

Zusätzlich die volle Ladung Zuchterfahrung über das Lunkarya-Gen und jede Menge Information von allen Seiten...

Schon dafür hatte sich der Weg gelohnt.

Eigentlich lautete der Wunsch,
das wir nicht mehr als ein Curly-Böckchen und 2 Mädchen mitbringen sollten sofern wir welche finden, und diese unbedingt nur ohne Wirbel...


Aber das erschien uns doch bei der Vielfältigkeit recht sinnlos, denn gerade die Tiere ohne Wirbel sahen uns im Gegensatz zu den Tieren mit Wirbeln eher unspektakulär aus um als neue Rasse Fuß zu fassen, wo doch offensichtlich mit Wirbeln ein viel interessanteres Erscheinungsbild herauszuzüchten war.

Dennoch konnten vielleicht auch die ungewirbelten Tiere auf dem Weg dorthin ein wichtiger Meilenstein sein,
lieber eins zuviel mitnehmen dachten wir...vorsichtshalber hatten wir ja in Deutschland schon eine zweite 14er Transportbox gekauft, in die ohne Probleme 7 erwachsene Tiere paßten...

Hauptsache im Fell nicht zu weich, reine durchgestylte Curly-Linien gab es ja nicht.
Wir suchten also Tiere aus und ließen sie bei Monica bis zum 01.03.05 damit sie nicht mit uns durchs Land reisen mußten.

Auf dem Rückweg holten wir sie dann ab.

Monica selbst hatte noch niemals zuvor Lunkaryas oder Curlys ins Ausland abgegeben, das war also auch für sie eine Premiere.
Es gab Anfragen aus der ganzen Welt, aber niemand hatte sich aus dem Ausland bisher auf den Weg zu ihr gemacht, da alle in letzter Konsequenz zweifelten ob es dieses Gen tatsächlich gibt.


Ein letztes Finish und es konnte endlich los gehen,
hier der kleine "Painted Wind" beim Krallen schneiden:

Da alle aufgrund ihrer Haarlänge, Harschheit und Wirbel so unterschiedlich aussahen und wir schnell merkten, das man doch recht viele Curlys braucht um daraus einen ordentlichen Grundstock aufzubauen, kauften wir also insgesamt 7 Curlys, die wir dann Anfang März zurück in Deutschland an den angehenden Curlyzüchter verkauften, der dann züchterisch weiterhin vorerst die wirbellose und kurze Variante favorisierte. Die Besuche bei Monica und das Studium der Felleigenschaften hatten uns jedoch in den nachfolgenden Monaten zu einer anderen Überzeugung gebracht.
Dabei hatten wir nicht vor Curlys zu züchten sondern Lunkaryas, aber wir hatten unwissend auch selbst ein kleines und ganz besonderes Curly in unserem Bestand:
Ros-Marie:

Unsere schwedische Züchterfreundin kaufte sie uns schon Mitte Februar '04 bei einer Bekannten als ein Lunkaryamädchen ein...
Sie war sehr zierlich und noch recht kurzhaarig, aber schön harsch, wir wußten nicht ob sie jemals richtig langhaarig oder richtig groß werden wird, und ob wir mit ihr züchten könnten.
Aber mitnehmen wollten wir sie auf jeden Fall, und sei es nur zu Beobachtungszwecken, sie war zu dem Zeitpunkt 4 Monate alt.

Und Ros-Marie wurde groß, kaum das sie da war.... sie erreichte innerhalb kürzester Zeit, zum Staunen aller: 800g.
Ihr Fell blieb recht kurz.... also suchten wir unseren langhaarigsten Bock für sie aus, Nikolas, und machten eine erste Verpaarung.
Dies war gleichzeitig unsere beidseitig harscheste Verpaarung und 10 spannende Wochen folgten, dann war es endlich soweit:
Unser R-Wurf wurde geboren, spektakulär, denn Roberto kam auch noch mit 1 Füßchen zuerst und wir mußten sehr helfen:


Ravenna Roberto

Romeo
Ravenna, Roberto und Romeo erblickten das Licht der Welt am 02.08.04.
Da wir nicht wissen konnten ob sie richtig lang werden würden,
entschlossen wir uns sie sitzen zu lassen und ihre Entwicklung zu beobachten. Die Babys hatten schön kräftige Locken mit viel Spannkraft und versprachen erwartungsgemäß auf jeden Fall sehr gut strukturiert zu werden, es waren unsere harschesten und besten Babys bisher, und sie enttäuschten uns nicht.
6 Wochen später im September '04 gaben wir dann unsere erste Lunkaryabroschüre heraus um überhaupt ein wenig Aufklärung und Information auf unseren Ausstellungen liefern zu können. Dort verfassten wir dann auch einen kleinen Artikel über die Curlys, die Curlyzucht und deren Genetik - mit freundlicher Unterstützung von Bianca Eickmann.
Wir hatten in dem Informationsprospekt eine Menge Bilder zusammengetragen und sehr viele Meinungen und Erfahrungen zu Grunde gelegt, sehr viel in Schweden nachgefragt und auch unsere eigenen Beobachtungen mit eingebunden, denn dieses Gen war bis dahin weitestgehend unbekannt und unerforscht.
Da sich Monate später im Februar 05 ein Züchter von unseren genetischen Inhalten wie auch unseren Zuchtempfehlungen und Erfahrungen öffentlich distanzierte stellten wir dann diese ersten Fotos von Roberto online, der 2 Powirbel hat und auch nicht über GH gezogen wurde - zur Untermauerung der Richtigkeit unserer Erkenntnisse was die reinerbige Struktur, Zucht, die Genetik und die Wirbel betraf.

Roberto hatte bisher noch niemand gesehen.
Im Gegensatz zu den bisher veröffentlichten Fotos von Curlys mit geradem und meist anliegendem Fell schien es vielleicht doch möglich zu sein ein kurzes gelocktes Meerschweinchen zu züchten? Ein wahres "Curly" welches auch im erwachsenen Alter zumindest etwas lockig ist?
Roberto konnte vielleicht der Anfang sein...
Wir erlebten daraufhin eine Flut von Reservierungen auf unsere Curlys mit Pausbacken und Powirbeln und bekamen viele Reservierungsanfragen auf Curlys wie Roberto und Romeo. Damit war die Idee geboren unsere Curly-Variante einer richterlichen und öffentlichen Kritik zu stellen, auf Ausstellungen zu zeigen, richten zu lassen und Meinungen einzuholen.
Das erste deutsche öffentlich präsentierte Curly war dann Roberto, beim VDRZ in Zierenberg, präsentiert von Martina Klahn.
Die Bewertung wie auch der Zuspruch war äußerst ermutigend und wir machten weiter.
Es folgten Ausstellungen und Richtungen unserer Curlys beim OMNC in Bruchhausen-Vilsen,
Ravenna und Roberto oben links beim Curly-Vergleich:
Gold für Ravenna, Silber für Roberto.
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und hier beim Club Vellmar auf der Cassel Open mit begeisterten Richtern:

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Dann bei der MFD-Landesverbandsschau Hessen-Nassau in Hüttenberg, Romeo im Besitz von Martina Bernhard.
Gaby Prust und Andreas Reinert beurteilen erstmalig Curlys und vergleichen 3 unterschiedliche Varianten:

Links sitzt Romeo ;o)
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Hier auf dem Richtertisch der MFD-Bundesausstellung in Frankfurt,
auf dem Richtertisch links Nelly, Lunkarya,
in der Mitte Lavendel mit 4 Monaten
und rechts ein kurzhaariges Curly.

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Hier auf dem
MFD-Sommerfest in Giessen:
Phillip Bernard begutachtet gerade die Bauchlockung von Romeo,
Gaby Prust liest unseren Standardvorschlag dazu.

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Auf der
VDRZ-Schau Gönnheim
und der
VDRZ-Schau Erbach-Schönnen:

(präsentiert von Martina und Saskia Bernhard, www.oceanpigs.de ):
jeweils Gold für Roberto.
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In der Zwischenzeit hatten Martina und wir schon viele Nachzuchten. Auf der
Bundesausstellung des VDRZ in Zierenberg
war es dann endlich soweit:
08.10.05: Wir haben es geschafft:

Curlys haben einen weltweit ersten Rassestandard.
Curlys sind nun Rassemeerschweinchen.
Der Standard findet auch im Ausland schon Anwendung:
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Zum Standard:
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Und so sieht Ravenna erwachsen im Alter von einem Jahr aus, ihr Fell ist unglaublich klasse geworden:

Es wird noch etwas dauern bis wir diese Rasse perfekt durchgestylt haben, aber wir sind der festen Überzeugung das dieses Ergebnis den Aufwand rechtfertigt.

Lavendel von den Knopfaugen
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