Curlyzucht

Lunkaryas wie auch Curlys besitzen das gleiche dominante Locken-Gen.

Über die Genetik des Lunkarya oder Curly ist von uns in Schweden bisher nichts schriftliches gefunden worden.

Auf Nachfrage wurde das Lunkarya-Gen dort bisher Lu genannt. 

Diese Abkürzung haben wir für Lunkaryas und Curlys übernommen, da das Gen zuerst im langen Fell auftauchte.

Für das Curly sei Cu verwand worden, wofür wir dann jedoch nur Lang- und Kurzhaar unterscheiden (ll oder LL).

Für unsere Anerkennungen bei unseren Vereinen MFD, VDRZ und OMNC brauchten wir genügend Informationsmaterial und Erklärungen zum genetischen Hintergrund.

So haben wir uns im August 2004 mit Tierärztin Bianca Eickmann (www.meersgard.de) umfassend mit der Genetik des Lunkarya / Curly auseinandergesetzt und im September '04 in unserem Prospekt eine erstmalige schriftliche genetische Zusammenfassung veröffentlicht.

(Auf Wunsch genauer nachzulesen in unserem Lunkarya-Prospekt Seite 17 und 18: "Zur Genetik des Lunkarya".)

 

 

Tycoon und Lavendel

 

Das Lunkarya-Gen ist ein dominantes Gen.

Das bedeutet, das es sich bereits in erster Generation (F1) durchsetzt - beispielsweise bei einer Verpaarung mit einem Peruaner - erhält man bereits in erster Generation Lunkaryababys.

Dies bedeutet jedoch nicht, das der Kraushaarfaktor durch Einkreuzung von anderen Rassen (z.B. GH) nur verdünnt wird,

aber trotzdem IMMER ANWESEND bleibt.

Es ist im Gegenteil sogar möglich, das ein Lunkarya welches mit einem Lunkarya verpaart wird

(oder ein Curly welches mit einem Curly verpaart wird)

kein einziges Lunkarya / Curly sondern nur glatte Babys hervorbringt, eben ohne das direkt und offensichtlich eine andere Rasse beteiligt ist.

In diesem Fall sind die Eltern spalterbig, durch das Einkreuzen anderer Rassen in vorhergehenden Generationen.

Als Beispiel vergleichbar aus der Peruanerzucht, in deren Vorfahren z.B. Shelties eingekreuzt wurden.

Das Resultat sind immer mal wieder Sheltiebabys in den Peruanerwürfen, obwohl die Eltern beide Peruaner sind, denen man diese Spalterbigkeit aber nicht ansieht.

Genauso kann eine beidseitige Lunkarya-Verpaarung durch Spalterbigkeit auch mal nur Peruaner bringen.

Glatte Babys können das Lunkarya-Gen auch NICHT TRAGEN, da es sich um ein DOMINANTES Gen handelt, es also KEINE TRÄGERTIERE gibt,

es folglich also NICHT IMMER ANWESEND bleibt.

Man kann es also durchaus verlieren, obwohl man mehrere Lunkaryas / Curlys in der Zucht hat.

Dies ist in der langjährigen Vergangenheit der Lunkaryas bereits mehrfach in verschiedenen Zuchten geschehen, daher sollten Zuchtpartner sorgfältig ausgesucht und in großem Rahmen auf Fremdrassen verzichtet und lieber in kleinen Schritten vorangegangen werden.

Vorrangig sollten immer nur Lunkaryas und Curlys unter ihresgleichen verpaart werden, was für eine typvolle schöne kräftige Fellstruktur grundsätzlich sowieso das Beste ist.

Ivana-Joy von den Knopfaugen, gerade geboren

 

Melanies Babys

X-mas Tycoon von den Knopfaugen, 3 Monate alt.

Gut strukturierte Curlys und Lunkaryas erkennt man an dickem strähnenartigen wolligen Fell

Aber eine reine Lunkarya- und Curly-Verpaarung ist leider beim Aufbau einer Rasse mangels Zuchttieren nicht jedem möglich und daher in Maßen solange vertretbar, solange man gemischte Verpaarungen vorsichtig dosiert und dabei beachtet, das die Babys aus diesen Verpaarungen direkt wieder zum Lunkarya-Gen zurück verpaart werden können, um typvolle Babys mit kräftiger Struktur zu züchten.

Yeti-Coat von den Knopfaugen in der Aufzucht.

Der nächste Punkt den es zu beachten gibt sind die Rassen, die überhaupt in Betracht kommen, um mit ihnen solch eine Verpaarung durchzuführen.

Grundsätzlich untauglich sind alle anderen Lockenrassen sowie Trägertiere dieser Rassen.

Das Problem hierbei ist die richtige Rassen-Deutung der entstehenden Babys in den nächsten Generationen.

So könnte es passieren, das Rexe, US-Teddys, CH-Teddys, Alpakas oder Texel als Curlys oder Lunkaryas abgegeben werden, sofern nicht sorgfältig geprüft wurde was in den Linien steckt, im Babyalter ähneln sich die Rassen nämlich manchmal sehr, vor allem weil auch die Lunkaryas / Curlys bei Einkreuzung anderer Rassen an Struktur verlieren und von der Lockung durchaus z.B. mit einem Alpaka- oder Rex-Baby vergleichbar wären.

Ein kräftig strukturiertes reines erwachsenes Curly ist unverwechselbar zu anderen Rassen:

Lavendel von den Knopfaugen

Die Curlys aus unserer Zucht sind nicht über Glatthaar-Meerschweinchen gezogen sondern über den langen Weg aus der reinen Lunkaryazucht herausgezüchtet, indem wir die kurzen Linien über separate Verpaarung stets weiter verkürzten.

Dadurch entsteht ein völlig anderer Typ als mit Glatthaar-Verpaarung, unsere Babys haben die beiden Hinterhand-Rosetten, eine sehr kräftige Struktur und kräftige Backenbärte.

Ein weiterer Vorteil hierbei ist,

das unsere Tiere reinerbig geblieben sind.

X-mas Tycoon in der Aufzucht, 3 Monate alt

Kurzhaarig und schon relativ gleichmäßig hat man die Tiere sehr schnell und bereits in nur einer einzigen Generation wenn man normale Kurzhaar-Meerschweinchen in Lunkaryas einkreuzt, da das Kurzhaar-Gen dominant ist.

Der Nachteil hierbei ist allerdings,

Die nachfolgenden Generationen haben dann oftmals zu den fehlenden Hinterhand-Rosetten die Locken wie auch Typ verloren.

Eine massenweise Einkreuzung von Glatthaar-Meerschweinchen bringt den Curlys daher nur Nachteile ein, die dann teilweise nicht mehr zu begradigen sind.

Wenn die eingekreuzten Tiere dann auch noch Trägertiere anderer Rassen waren, ist kein zuchttaugliches Resultat mehr zu erwarten.

Darum sollte bei Einkreuzung anderer Rassen unbedingt auf deren Trägerfreiheit geachtet werden und die Herkunft insbesondere darauf genau geprüft werden.

 

Welche Rassen eignen sich?

Für die Curlyzucht ist das nicht einfach.

Grundsätzlich sind Kurzhaar-Peruaner (ohne Trägereigenschaften) von Vorteil, da diese bereits die erforderlichen Hinterhandwirbel (und den damit erwünschten Rauhhaarfaktor Rh) mitbringen.

Wenn sie nicht ganz kurz sind, sind sie für die Curlyzucht ideal.

Leider sind Kurzhaar-Peruaner noch recht selten, da es sich hierbei um eine noch nicht anerkannte Rasse handelt.

Seit 2004 sind einige Züchter um den Aufbau ihrer Zucht und ihrer Anerkennung bemüht und auch in der Ridgeback-Zucht fallen sie ab und zu.

Auch trägerfreie Rosetten oder Rosettenmixe mit weniger Wirbeln haben in der Curlyzucht schon hübsche Ergebnisse erzielt, deren Haarlänge kommt dem angestrebten Rassestandard schon sehr nah und die Wirbel (Rauhhaarfaktor Rh) bewirken eine Fixierung der lockigen Struktur.

Sie bringen aber das Problem mit, das sie meist eine bunte Wirbelverteilung vererben, die es danach langwierig zurückzuzüchten gilt.

Für die Lunkaryas eignen sich Peruaner, die es in allen Farben gibt - aber oftmals AT sind, da viele Züchter Alpakas und Peruaner gleichzeitig züchten und diese untereinander verpaaren (=Alpaka-Träger, also Rex-Gen), also auch dort eine begrenzte Auswahl, es ist also nicht ganz so einfach.

Vor allem braucht man sehr gute Curly-/Lunkarya-Ausgangstiere mit richtig kräftiger Struktur.

 

Woran erkennt man eine richtig gute Struktur?

Richtig kräftig strukturierte Babys haben richtig viele Löckchen mit Spannkraft.

Diese werden später besonders typvolle Lunkaryas / Curlys,

die sich dann eignen auch mit GH verpaart zu werden um gleichzeitig typvolle Babys zu bringen.

 

Das erkennt man im Babyalter z.B. auf den Füßchen eines Babys, die Haare stehen richtig hoch:

Skys Füßchen

Vilas als Baby

und z.B. an einer kräftigen Bauchlockung:

Jonkhys dickes Bäuchlein

und an kräftig gelocktem Babyfell:

Uskita-Moon als Baby

United Sky als Baby

 

So lockig und wollig soll ein reinerbiges Curly als Zuchtziel einmal aussehen:

das ist Ravenna, eine der 7 weltweit ersten Curly-Rassemeerschweinchen:

1. Platz VDRZ-Bundesausstellung '05

mit Anerkennung zur Rasse "Curly" in gemeinsamer Präsentation mit Martina und Saskia Bernhard (Oceanpigs.de) und ihrem eigenen Nachwuchs von Ravennas Brüdern Romeo und Roberto von den Knopfaugen.

Zum ersten anerkannten Standard geht es hier:

Alle Fotos und Texte:

  Carmen und Iris - S. Langstädtler